22. Oktober 2026
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Interim Management in Biotech und MedTech: Wann es sich lohnt
Interim Management ist im DACH-Raum ein Markt von 3,75 Milliarden Euro, und die Mehrheit der Unternehmen hält mehr Nachfrage nach projektorientierten Führungskräften für wahrscheinlich. In regulierten Life-Science-Unternehmen gibt es drei Situationen, in denen Interim Management klar das richtige Werkzeug ist, und eine, in der es nur Zeit kauft.
Nach "Interim Management" wird in Deutschland seit einigen Wochen deutlich häufiger gesucht als im Sommer. Das passt zu dem, was die Branche selbst berichtet. Laut der AIMP-Marktstudie DACH 2026 lag das Marktvolumen 2025 im DACH-Raum bei 3,75 Milliarden Euro, davon 2,66 Milliarden in Deutschland, mit einem durchschnittlichen Tagessatz von rund 1.367 Euro. 61 Prozent der befragten Unternehmen halten einen Anstieg der Nachfrage nach selbständigen, projektorientierten Führungskräften für vorstellbar oder sehr gut vorstellbar.
Was die Studie nicht abbildet: In Biotech und MedTech sieht der Bedarf anders aus als in der klassischen Restrukturierung, die den Markt traditionell trägt. Hier geht es selten um Sanierung, sondern meistens um Regulatorik, Qualität und Zeitdruck.
Drei Situationen, in denen es klar passt
Eine regulatorische Rolle muss sofort besetzt sein. Die MDR verlangt eine für die Einhaltung der Regulierungsvorschriften verantwortliche Person, die PRRC. Kleinst- und Kleinunternehmen müssen sie nicht im eigenen Haus haben, aber dauerhaft und ständig zur Verfügung (Art. 15 Abs. 2 MDR, gleichlautend Art. 15 Abs. 2 IVDR). Wenn diese Person geht, ist das kein Recruiting-Problem mit drei Monaten Vorlauf, sondern eine Lücke, die ein Auditor sofort sieht.
Ein QMS muss bis zu einem festen Datum stehen. Erstzertifizierung nach ISO 13485, Vorbereitung auf das erste Audit der Benannten Stelle, Umstellung auf neue Anforderungen: Das sind Projekte mit Anfang, Ende und klarem Ergebnis. Genau das ist die Stärke von Interim Management. In einem Diagnostik-Startup mit vier Mitarbeitenden habe ich das QMS als eingebettetes Teammitglied von Grund auf aufgebaut, und die Zertifizierung nach ISO 13485 kam innerhalb der Zielvorgabe von neun Monaten.
Vor einer Finanzierungsrunde oder Transaktion. Eine technische Due Diligence fragt nach QMS, regulatorischer Strategie und Verantwortlichkeiten. Wer hier eine erfahrene Person für einige Monate dazuholt, investiert in die Bewertung, nicht in Overhead.
Die Situation, in der es nur Zeit kauft
Interim Management hilft nicht, wenn die Organisation grundsätzlich keine dauerhafte Rolle für die Funktion vorsieht. Wenn nach dem Interim-Mandat niemand da ist, der das QMS pflegt, Abweichungen bearbeitet und die nächste Rezertifizierung vorbereitet, haben Sie das Problem um ein Jahr verschoben und dafür bezahlt. Ein gutes Interim-Mandat endet deshalb mit einer Übergabe an jemanden, nicht mit einem Ordner im Regal.
Woran Sie ein gutes Mandat erkennen
Es gibt ein messbares Ergebnis. Das Mandat wird an etwas gemessen wie "Zertifikat erteilt" oder "PRRC-Funktion an internen Nachfolger übergeben", nicht nur an einer Stundenzahl.
Die Person hat echte Befugnisse. Sie steht im Organigramm und kann entscheiden, weil ein Auditor wissen will, wer verantwortlich ist, und "unser externer Berater" darauf keine gute Antwort ist.
Der Plan für danach existiert ab Tag eins. Wer übernimmt, wann beginnt die Einarbeitung, welche Dokumente und Entscheidungen werden übergeben? Wenn diese Fragen erst im letzten Monat gestellt werden, ist es zu spät.
Wenn Ihnen gerade eine regulatorische oder Qualitätsrolle fehlt und Sie klären wollen, ob ein Interim-Mandat oder eine andere Lösung passt, sprechen wir gerne darüber. Keine Theorie um der Theorie willen.
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Kein Verkaufsgespräch. Ein ehrlicher Austausch darüber, ob wir zueinander passen.
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